: Lac de Sainte-Croix
Campingplatz Notre-Dame
Wunderschöner Platz Municipal am Lac de Saint Croix gegenüber der Ortschaft Bauduen. Vorsicht, von der Straße gehen zwei ab, Notre Dame ist der dem See zugewandte. Die Preisgestaltung ist denkbar einfach. Alles kostet 3 Euro mit Ausnahme von Kindern und Kleinzelten, die nur die Hälfte. Das macht dann bei einem Gespann, zwei Personen, Strom und zwei Kindern 15 Euro pro Nacht - in der Hauptsaison. An Luxus gibt es nicht viel. Saubere Sanitäranlagen mit freiem Warmwasser mit antiquarischen Amaturen. Vermutlich jede ein anderes Modell. Der Platz ernährt den örtlichen Klempter, jeden Tag stand sein Auto vor einem der Häuser. Bei Madame Concierge können Backwaren für den nächsten Tag vorbestellt werden. Das wars.
ausDer Platz liegt mitten in einem Eichenwald und ist parcelliert. Allerdings kennt die Parcellen nur Madame Concierge, man sollte sich unbedingt von ihr einweisen lassen. Tut man das nicht, muss man sich umstellen. Madame ist sehr resolut. Sie trägt ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Mairie Bauduen". Man sollte sich nicht mit ihr anlegen. Ich habe erlebt, wie Franzosen das versucht haben. Ich war froh, nicht so genau verstanden zu haben, was gesagt wurde.
ausDer Platz scheint ein Geheimtipp zu sein, im Sommer sollte man vorbestellen. Spontane Camper werden aber nicht weggeschickt, mit ihnen werden Zeitfenster zwischen den Buchungen gefüllt. Madame Concierge hat den Plan und nimmt sich hierfür viel Zeit für die unangemeldeten Gäste eine Optimallösung zu finden. Entweder ein Platz neben den Sanitäranlagen, oder aber einmal umziehen in zwei Wochen. Das ist mit dem Troll natürlich eine leichte Übung.
ausDas Publikum gefiel mir sehr, ich habe es aber nicht fotografiert, weil das unhöflich gewesen wäre. Sehr viele französische Groß- und Kleinfamilien mit Zelt, aber auch der deutsche Harleyfahrer (sehr korpulent, sehr lange graue Haare, sehr langer grauer Bart), der seinen Transit zum Camper umgebaut hat, in dem die Familie Platz findet, zum Transport aber auch das Bike!. Der Restaurator, der einen Magirus-Deutz-Truck aus den 50er/60ern perfekt restauriert und zum WoMo ausgebaut hat...
ausund natürlich auch - wie könne es auch anders sein - Touringfahrer. Und nicht nur einer!
ausKangoos natürlich auch.
ausWie auf vielen bewaldeten Plätzen in Südeuropa ist das Grillen mit dem eigenen Grill streng verboten. Wer gesehen hat, wie schnell das Eichengeäst, hier gern genutzt als Grillanzünder, verpufft, sieht ein, warum. Gegrillt darf auf diesem Platz nur in den gemauerten Grills. Holz kann man im Wald sammeln, Kohle muss selber gekauft - und wichtig - sein eigener Grillrost mitgebracht werden. Der sollte nicht so klein sein. Im Mauergrill liegen zwei stählerne T-Träger. Ab einer gewissen Urzeit sind alle Grille (von den Gästen) befeuert und man gibt sich die Feuerstelle in die Hand. Beim warten auf den Vorgänger ergeben sich auch allerlei interessante Gespräche, auf französich, deutsch, englisch und mit Händen und Füßen. Aber Kurzgebratenes und am besten alles auf einmal, ist eine Frage der Höflichkeit. Ich hatte mal Hähnchen gekauft (ewig gedauert), das war mir einigermaßen peinlich.